Von Bonn nach Bali als virtuelle Assistenz (auf dem Weg zur Unternehmerin!)

Von Bonn nach Bali als virtuelle Assistenz
(auf dem Weg zur Unternehmerin!)

Guten Morgen 🤩

Schon beim Aufwachen früh am Morgen habe ich tolle Ideen für meine Klienten und für mein eigenes Business im Kopf. Nach meiner morgendlichen Routine und meinem schwarzen Tee wird der Computer aufgeklappt und los geht’s mit den Tasks: Für einen Klienten Instagram Posts vorbereiten, eine Stunde später steht ein Coaching Gespräch mit einer Kundin auf dem Plan und vor dem Mittagessen kann ich noch ein Stündchen einen Online-Kurs schauen, in den ich investiert habe. (Man lernt schließlich nie aus!). Alle übrige Zeit verbringe ich gerade damit, mein eigenes Business aufzubauen.

So oder so ähnlich sehen die Tage bei mir aus, in letzter Zeit öfter im Home Office, manchmal in einem schicken Cafe in Canggu. Ich habe die wundervolle Freiheit, mir alles nach Lust und Laune frei gestalten zu können. Ich kann aufstehen wann ich will, (meistens arbeiten wann ich will) und vor allem kann ich mir alles so einteilen wie ich möchte.

Versteht mich nicht falsch: Das heißt nicht, dass ich bis 11 Uhr vormittags schlafe, um 2 anfange zu arbeiten und um 4 schon wieder Feierabend mache. Im Gegenteil. Dieses Leben bedeutet sich alles frei einteilen zu können, aber nicht auf der faulen Haut zu liegen. 

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Am Meer leben, jeden Tag essen gehen & das für unter 800 Euro im Monat

 

Bali ist nicht nur bei Urlaubern und Backpackern beliebt, sondern mittlerweile ein richtiger Hotspot für digitale Nomaden. Ich bin aber nicht nur hier hergekommen, weil ich hier günstig leben und arbeiten kann. Damals, als ich die Gedanken vom Sprung aus Sicherheit in die (damals unsichere) Freiheit hatte, war das Thema “Digitale Nomaden” noch gar nicht so präsent. Das erste mal Bali war bei mir ein ganz normaler Urlaub. Damals dachte ich mir noch “Ach, die Welt ist groß, jetzt schau ich mir erstmal andere Länder an.” Der Spruch “das Leben passiert, wenn wir Pläne machen.” hat sich bei mir bewiesen: Denn 5 Monate später war ich wieder auf Bali, wieder im Urlaub. Dort habe ich dann tolle Menschen kennengelernt, mit denen sich eine tiefe Freundschaft entwickelt hat, die bis heute anhält. Ich war ganz fasziniert von der Kultur, dem Lifestyle und hatte einfach ein super gutes Gefühl. Bali ist schnell mehr als ein Urlaubsort oder ein “Ort an den jeder fährt” für mich geworden: Heute ist Bali mein Zuhause. Im Moment lebe ich hier für weniger als 800 Euro im Monat – Das geht natürlich auch noch günstiger, bis vor kurzem hatte ich monatliche Kosten von 600 Euro. 

Home Sweet Home, Canggu.

Wer schon mal mehr als einmal auf Bali war, weiß wie schnell sich alles entwickelt. Ich lebe hier inmitten von einem guten Mix aus Expats und Locals, es gibt ein Cafe nach dem anderen mit tollen Angeboten (und natürlich gutem Internet), ein Meer an Coworking-Spaces und natürlich den Strand, Wellen zum Surfen, und ein Meer an Reisfeldern zum spazieren, radfahren oder einfach nur, um sich beim bloßen Anblick davon verzaubern zu lassen. Aber: Da ist noch viel mehr als das! 

Stress ist ein (selbst) gemachtes Problem. Hier auf Bali lernt man jeden Tag so viel über’s Leben. Was ist wirklich wichtig im Leben, die Werte, die Gemeinschaft: Respekt für Mitmenschen und Gemeinschaft wird hier nämlich ganz groß geschrieben. Zum einen kann man hier viel mehr man selbst sein und zum anderen bekommt man immer wieder vorgelebt, was die wichtigen Dinge im Leben sind. 

Hast du eine Frage zum Leben und zur Kultur auf Bali? Poste mir gerne deine Frage unter meine Story

Aus dem Biologie-Labor zur Virtuellen Assistenz: Was ich kann, kann jeder. 

Vor noch ein paar Jahren hätte ich mir das Leben, welches ich heute lebe, kaum erträumen lassen. 2010 habe ich habe Abi gemacht und dann erstmal Biologie studiert – richtig gehört, Biologie! Nicht BWL, Marketing oder etwas, was eine Grundlage für meinen heutigen Job als virtuelle Assistenz sein kann. Während des Bio-Studiums war es für mich da erste mal an der Zeit, etwas länger ins Ausland zu gehen: Ich war in Schottland und habe dort gemerkt, wie viel mehr da draußen in der Welt noch ist. Nach meinem Studium ging alles in Richtung Master, aber die Alarmglocken in mir wurden immer lauter und lauter. Zwar gab es schon gute Jobs (dafür brauchte man allerdings einen Master), aber was den Ort betrifft, hatte man kaum eine Wahl. Wollte ich mich so einschränken lassen? Der Job an sich im Labor machte mir ja schon Spaß, aber das Drumherum? Soll es das gewesen sein? Nein, für mich hieß es Richtungswechsel. (Aber es war noch nicht an der Zeit, mein Inselleben hier zu beginnen!) Ich bin in eine andere Richtung gegangen und habe eine kaufmännische Ausbildung angefangen. Aber du glaubst gar nicht, was ich mir alles anhören durfte: “Die ganze Arbeit umsonst.” “Jetzt verlierst du doch so viele Jahre, und wie sieht das überhaupt in deinem Lebenslauf aus?” Und und und…. ich durfte mir so viel anhören… Gott sei dank habe ich es trotzdem durchgezogen (und das möchte ich auch dir wirklich ans Herz legen, denn am Ende ist es DEIN Leben!). Mal ehrlich, in der Schule lernen wir doch oft nur Fakten und rationales Denken – aber seinem Gefühl und seiner inneren Stimme zu folgen, war eines meiner größten Learnings, die ich bisher machen durfte! 

Selbstständig? Ich? Nö, niemals!

Ich meiner Ausbildung war ich eigentlich ganz glücklich. Ich hatte viel zu tun und habe sehr schnell sehr viel Verantwortung bekommen. Ich habe den Einkauf übernommen und auch andere Bereiche mit abgedeckt. In dieser Zeit bin ich das erste mal alleine verreist, nach Portugal und ein Jahr später ging es dann auch schon nach Bali. Hier bin ich das erste mal richtig in Kontakt mit digitalen Nomaden gekommen. Geld verdienen und von überall auf der Welt arbeiten? Instagram zum Beruf machen und dadurch sich seinen Lebensunterhalt verdienen? Ich war total fasziniert. Aber ich hatte ständig Sätze ich Kopf wie “Ich bin ja kein Grafik Designer, der von überall aus arbeiten kann” oder “ich kann ja nichts, wo ich nicht ins Büro muss”. 

Die Zeit verging und mir war nach einem Jobwechsel. Ich dachte ich hatte “den 6er im Lotto”: Perfekter Job, gute Bezahlung, liebe Kollegen, Gleitzeit – das Rundumpaket in Sachen Sicherheit. Aber glücklich war ich irgendwie nicht. Soll es das jetzt gewesen sein? Mach ich jetzt die nächsten 40 Jahre das Gleiche? Bin ich jetzt bis auf meine 30 Tage Urlaub im Jahr hier “eingesperrt”? Und schon war er da, der Klos im Hals. Ich war erschrocken, hatte Angst und war verwirrt – Weil irgendwie stand ich mit meinen Gedanken alleine da… 

Lange Nächte im Internet und viele Recherchen mit Herrn Google höchstpersönlich haben mich dann zu dem Begriff “Virtuelle Assistenz” gebracht. “Hmmmm: Moment mal, wäre das nicht was für mich? Virtuell heißt ortsunabhängig und Assistenz – im Büro habe ich bereits Erfahrung!” Ein paar Blogartikel, Youtube-Videos und Bücher später war klar: Ich bin virtuelle Assistenz und bau mir darum mein Leben auf. Sehr schnell habe ich dann meinen ersten  Instagram Kurs bei einer Freundin gemacht, die ich bei meiner ersten Balireise kennengelernt habe (Wir sind übrigens heute noch befreundet!). 2 Monate später hatte ich meine Gewerbeanmeldung in der Tasche: Darf ich vorstellen? Nicole, Virtuelle Assistentin und Einzelunternehmerin! Yes – Der erste Grundstein war gelegt! 

nicole gombert - sistant - virtuelle-assistentin
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Selbstständig? Ich, na klar: Ich bin jetzt Virtuelle Assistentin & Einzelunternehmerin!

Da war ich nun! Ich glaube einfach, dass man oft nicht weiß, was man wirklich möchte, bzw. gibt seinen Gedanken oft nicht genug Raum. Das was ich nicht wollte, macht mir heute die größte Freude. Den Spruch ‚trust the timing of your life‘ habe ich mir ganz groß in mein Notizbuch geschrieben. Denn oft kommt alles anders, als man es vielleicht plant. Ich war schon in den Startlöchern und habe alles für meinen Bali-Trip geplant. Bei meinen Reisevorbereitungen bin ich dann auf ein Marketing-Praktikum gestoßen! Geplant hatte ich das nicht, aber es hat sich so gut angehört, dass ich mich einfach mal darauf beworben habe. “Probieren kann ich’s ja mal” dachte ich mir. Nach 3 Tagen hatte ich auch schon ein Vorstellungsgespräch und tadaaa: Ich hatte mein erstes Praktikum auf Bali in der Tasche. Ich bin so dankbar für diesen Schritt, in dieser Zeit habe ich so viel Einblicke in die Welt des Online-Marketings bekommen – und ich war auf Bali – Nahe am Meer, Sonnenschein die meiste Zeit, tolle Leute: Auf einmal wurde mein Traum zur Wirklichkeit.  Danke nochmal an Anna und ihr Team von Paradise Interns an dieser Stelle! 

Okay und jetzt? Eine Reise von Freude, Mut & Angst

Oft werde ich gefragt, ob denn keine Angst habe… und die Antwort lautet: Ja klar. Die Angst ist gut und wichtig: Man darf sich davon nicht aufhalten lassen. Natürlich war ich mir unsicher, natürlich habe ich mich gefragt, wie ich wohl Klienten finde und natürlich habe ich gezweifelt. Die Kunst ist glaube ich, es trotzdem zu machen und die Angst eher als Begleiter zu sehen. Mich hat meine Angst dazu geleitet, mir einfach mal mein Worst Case Szenario auszumalen: Ich habe mir alles auf ein Stück Papier geschrieben und dann gemerkt, “so schlimm ist das ja gar nicht”. Mich meiner Angst zu stellen hat mir geholfen, mehr vertrauen in mich zu finden. Und jetzt, 2 Jahre später, wendet sich das Blatt für mich immer und immer wieder: Am Anfang habe ich mich aktiv damit beschäftigt, Kunden zu suchen. Jetzt ist es so, dass Kunden mich finden. Ich habe alles alleine gemacht, vor kurzem jedoch durfte ich meine erste Praktikantin anstellen. Anstatt nur als virtuelle Assistentin zu arbeiten, entwickle und verkaufe ich bereits meine ersten Produkte und Coache Instagram-Neulinge mit “How to start your profile right”. Entwicklung und Wachstum ist das A & O. 

Meine größten Learnings für dich

  • Geduld mit sich selbst und dem Business: Manche Dinge passieren über Nacht, andere brauchen ein paar Monate, gar Jahre. Der Prozess liegt im Wachstum. 
  • Weiterbildung: Es ist wichtig, dass du nicht stehen bleibst und dich immer weiterbildest. Es ist wichtig (in den meisten Branchen) up to date zu bleiben. Stillstand passiert nur, wenn du aufhörst Wissen aufzusaugen. 
  • Nicht den Kopf in den Sand stecken: Eine Achterbahnfahrt im Leben ist ganz normal. Es ist wichtig, dass du auf dich hörst und dir selbst vertraust.
  • Akzeptanz: Es ist wichtig, zu wissen, das “schlechte Phasen” ganz normal sind und einfach zum Leben dazu gehören. Morgen sieht die Welt wieder anders aus! 
  • Lerne dich selbst kennen: Beobachte deinen Rhythmus, arbeitest du lieber morgens, lieber abends, am Wochenende, unter der Woche. Lerne dein Verhalten und deine Vorlieben besser kennen! 
  • Suche dir ein Vorbild und ein Negativ-Vorbild: Wie möchtest du sein, und wie möchtest du nicht sein? Beide Personen können dich dazu inspirieren, genau die Person zu werden, die du sein möchtest. ⠀⠀
nicole gombert - sistant - virtuelle-assistentin

Mein Geheimtipp: Mein Mindset

Wir haben alle unsere Höhen und unsere Tiefen. Das Leben ist nun mal nicht immer Sonnenschein (auch wenn ich hier in Bali sehr viel davon habe!). Ich lebe das alles mit Dankbarkeit und Demut: “Ist das wirklich wahr?” “Wow, jemand will von mir etwas lernen!” Ich bin für alles, was ich erlebe und lerne sehr dankbar. Alles ist ein Wachstum. Wachsen ist für mich das normalste der Welt. Ich möchte dich dazu ermutigen, das Gleiche zu tun. Also deine Träume zu leben. Es gibt auch eine andere Sicherheit, als die in dem System zu leben. ⠀⠀